Lottogewinner verbarrikadiert sich zu Hause

Ein 50-jähriger Lottogewinner in Italien hat kürzlich etwa fünf Millionen Euro im Lotto gewonnen. Genauer gesagt, hatte er mit 20 Euro Einsatz ein Rubbellos ausgefüllt und den Hauptgewinn getroffen. Der Mann ist ein einfacher Handwerker und Familienvater und es hat somit genau den Richtigen getroffen. Das Problem: Er wohnt in einer kleinen 8.000-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Padua. In einem Ort also, wo jeder jeden kennt. Natürlich war schnell klar, wer den Gewinn erzielt hat, denn die Rubbellose wurden vor Ort in einem Kiosk gekauft und gleich freigerubbelt. Bei so einem Glück, kann schließlich auch vom Kioskbesitzer nicht verlangt werden, dass er Stillschweigen behält. Es gibt schließlich ordentlich was zu erzählen und der Kioskbetreiber hat schließlich auch ein Recht darauf Werbung mit einem Lottogewinn zu machen, der in seinem Kiosk erzielt wurde. Natürlich nicht ganz uneigennützig, sondern um seinen Umsatz kräftig zu steigern, was ihm auch schnell gelungen ist. Das allerdings alles zum Leidwesen des Gewinners, der mittlerweile gar nicht mehr so glücklich ist. Im Gegenteil: Er verbarrikadiert sich jetzt in seinem Haus.

 

Viele neue Freunde

Grund für den Schalmassel sind sie vielen neuen „Freunde“, die der arglose Italiener nun auf einmal hat. Der Barbesitzer, der Lieblingsbar des Mannes fordert auf einmal große Trinkgelder. Die Barkumpels wollen, dass der Mann einen ausgibt und so gut wie jeder Handwerker und Dienstleister im Ort versuchen den frisch gebackenen Neumillionär von den Vorzügen ihrer Dienstleistungen zu überzeugen. Die angemeldeten Ansprüche und Forderungen der zugegebenermaßen großen Verwandtschaft noch gar nicht mit eingerechnet. Jeder erinnert sich auf einmal an die vielen Gefallen, die man dem Mann schon als Kind getan hatte. Irgendwie will man ihm wohl bedeuten, dass er im Grunde genommen auch moralisch verpflichtet wäre, etwas vom Gewinn abzugeben. Vielleicht wäre es besser, wenn die liebe Verwandtschaft mal selbst das Heft in die Hand nehmen würde und sich bei bewertungen.com über eigene Gewinnmöglichkeiten informiert.

 

Nun tauchen auch Fremde Leute auf

Jetzt reicht es dem Mann allerdings. Auf einmal kamen auch Leute zu seinem Haus, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Er hat sich nun erst einmal in seinem Haus eingeschlossen. Es werden keine Besuche mehr empfangen, auch nicht von der Verwandtschaft. Das Telefon wird nur noch abgenommen, wenn die Nummer sichtbar ist und er hat seine engsten Freunde dazu verdonnert den Mund zu halten, wenn jemand auf das Thema zu sprechen kommt. Die größte Angst die bei dem Mann jetzt mitschwingt, gilt gar nicht einmal den Dorfbewohnern. Vielmehr befürchtet er, dass ihn nun Gangster besuchen könnten oder gar die Mafia, um sich etwas zu holen oder jemanden zu entführen.

 

Der Bürgermeister des Ortes, der zugleich ein sehr frommer Mensch ist, sieht das Problem ebenfalls. Er zieht allerdings ganz andere Schlüsse daraus und verteufelt das Lottospielen als moralisch verkommen. Er warnt vor Spielsucht, Missgunst im Ort und davor, dass fremde Leute aus Padua mit unseriösen Absichten nun in die Stadt kommen und das Leben in dem sonst so friedlichen Ort unsicher machen würden. Das hilft dem Lottogewinner allerdings auch nicht weiter. Eigentlich kann man dem Man nur raten, seine sieben Sachen zu packen und in einer anderen Stadt, wo ihn noch keiner kennt, einen Neuanfang zu machen. Geld genug dürfte er ja noch haben, wenn ihn die Verwandtschaft nicht zwischenzeitlich schon wie eine Weihnachtsgans ausgenommen hat.